14.09.2005

 

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    F | Übersicht | Netzpolitik | Technologie | Netzkultur Home > DER SPIEGEL > 37/2005 12. September 2005 Druckversion | Versenden | Leserbrief FILMTECHNIK Haie im Saal Von Manfred Dworschak Die ersten Kinos bieten mit digitaler 3-D-Technik ein Filmerlebnis von ungekannter Räumlichkeit. Selbst alte Filme lassen sich dafür nachträglich aufbereiten. AP Weißer Hai in der ersten Reihe: 3-D macht's möglich Anmutig, die Seeschlange, wie sie sich schlängelt auf der Leinwand! Schauerlich, wie sie jäh hervorstößt über die ersten Sesselreihen und den Zuschauer schier in die Nase zwickt! Im Kino ist von nun an Vorsicht geboten: Die Darsteller kommen aus der Leinwand heraus. Digitale 3-D-Technik macht es möglich. Die Filmindustrie, immer bestrebt, ihr Publikum noch tiefer in die Sitze zu scheuchen, bereitet neuartige Spektakel vor. Die jüngste Generation Digitalprojektoren wirft Filme nahezu lebensechter Räumlichkeit auf die Leinwand. Als erstes Kino in Deutschland zeigt das Cinema in München nun, was die neue Technik computergesteuert zuwege bringt. Zu sehen sind tiefgestaffelte Korallenriffe in plastischer Pracht. Haie schwimmen bedenklich nahe heran und drehen bei über dem Kinogestühl; dem Zuschauer scheint es, als wischten sie ihm mit der Schwanzflosse über die Wange. Vorerst stehen in München nur kurze Naturfilme auf dem Programm. Aber schon im kommenden Januar wird das Cinema den ersten abendfüllenden Streifen in digitalem 3 D vorführen: die Disney-Animation "Chicken Little", die auch in einer Version für das räumliche Sehen produziert wird. Andere Lichtspielhäuser dürften sich das Ereignis ebenfalls nicht entgehen lassen. In den USA zahlt der Verleih ausgewählten Kinos sogar die nötige Umrüstung. Zum Filmstart werden hundert Säle - schätzungsweise für je 130.000 Dollar - mit digitalen Projektoren bestückt. Die Freigebigkeit kommt nicht von ungefähr. Angesichts sinkender Besucherzahlen braucht die Filmindustrie neue Lockreize. Und das räumliche Kino verspricht Augenschmaus so recht nach dem Geschmack von Hollywood: dralle Bestien zum Greifen nah, Abgründe schwindelnd tief wie nie und Raumkreuzer, die dem Publikum um die Ohren sausen. Ein erster Versuch mit dem Trickspielfilm "Der Polarexpress" verlief auch geschäftlich ermutigend: Eine 3-D-Version für Imax-Kinos spielte 45 Millionen Dollar ein. In der Imax-Welt, wo 3 D inzwischen der Regelfall ist, kommen die Filme allerdings noch von der Spule. Allein der Projektor kostet drei Millionen Euro, jede einzelne Kopie noch einmal 40 000 Euro. Beim digitalen 3 D dagegen ist die Kopie fast umsonst. Der Film kommt als Datenstrom von der Festplatte. Und der Projektor braucht keine besondere Wundertechnik: Er muss nur statt 24 Bildern in der Sekunde deren 48 auf die Leinwand werfen, abwechselnd je eines fürs linke und fürs rechte Auge. Der Zuschauer trägt eine Filterbrille, die den Bilderstrom wieder auseinander sortiert. In der modernsten Variante kommen Flüssigkristallgläser zum Einsatz, die abwechselnd je ein Auge abblenden. Auf der Leinwand macht sich die Räumlichkeit so gut, dass bereits eine Schar entflammter Regisseure für das neue Format trommelt. James Cameron ("Titanic") beteuert, er werde künftig vorwiegend in digitalem 3 D drehen. Und George Lucas will seine gesamte "Star Wars"-Reihe auf 3 D umarbeiten. Auch Filme, die es schon gibt, müssen die dritte Dimension nicht länger entbehren. Die kalifornische Firma In-Three hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich jeder Streifen nachträglich verräumlichen lässt. Das linke Auge bekommt die Bilder des Originals vorgespielt, für das rechte hat der Computer eine etwas versetzte Perspektive errechnet. Das Fachpublikum, dem In-Three die ersten Minuten von "Star Wars: Episode IV" präsentierte, dazu Szenen aus "Matrix", war begeistert. AP Play it again: Neo und Agent Smith in "Matrix" Sehr zur Freude der Industrie ist der Zauber vorerst nur im Kino zu haben, nicht auf DVD und nicht auf dem Großfernseher im Wohnzimmer. Die Verleihfirmen spekulieren aber auch darauf, dass die Kinos um der 3-D-Spektakel willen nun endlich auf Digitaltechnik umrüsten. Diese spart auch beim gewöhnlichen 2-D-Film viel Geld ein, weil der Aufwand für Kopien und Rollenversand entfällt. Die Filme werden auf Computerfestplatten verteilt, die beliebig oft bespielbar sind, oder gleich per Satellit in die Kinos gefunkt. Die Umstellung kam jedoch bislang nur zäh voran, weil Verleiher und Kinobetreiber sich nicht über die Aufteilung der Kosten einigen können. In Deutschland verfügen zurzeit nur 15 Kinos über digital ausgerüstete Säle. Dieter Buchwald, Betreiber des Münchner Cinema, rechnet mit einer Wende spätestens, wenn die "Star Wars"-Filme in 3 D erscheinen. Dennoch dürfte sich das Kinogeschehen auch weiterhin größtenteils im vertrauten 2 D abspielen. "Beileibe nicht alle Filme", sagt Buchwald, "taugen für den Raumeffekt." Die kleine französische Komödie hat wenig davon, wenn sich die Bistrotischchen plastisch im Raum erheben und der Zigarettenrauch dem Zuschauer bedrohlich vorm Gesicht wabert. Aber Großspektakel aller Art dürften an visueller Wucht gewinnen. Wie lange sich der Erlebnisvorsprung halten lässt, ist allerdings offen. Auch im Kino waltet ja nun der Fluch des Digitalen, das früher oder später jede Technik zur Massentauglichkeit verbilligt. Schon bewältigen die ersten digitalen Heimprojektoren eine beinahe kinowürdige Auflösung. Fehlt nur noch die doppelte Bildrate, und schon wären auch separate Bilder fürs linke und rechte Auge möglich. Buchwald ist auf ein knappes Rennen gefasst: "In ein paar Jahren können Sie 3 D auch zu Hause haben." ANZEIGE Surftipps Zeit für den Partner fürs Leben! Machen Sie jetzt den ersten Schritt! Lernen Sie aktive Singles kennen, die es ernst meinen! Mit wissenschaftlichem Persönlichkeitstest und über 1 Million Mitgliedern. Zum kostenlosen Test... Harvard Businessmanager im Mini-Abo. Jetzt testen: 3 Ausgaben plus Dankeschön für nur € 23,-.. © DER SPIEGEL 37/2005 Alle Rechte vorbehalten Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH ANZEIGE MEHR NETZWELT Streit der Mächtigen: Gates stichelt gegen Google Wahlblogs: Alles viel zu wichtig 20 Jahre "Super Mario": Vom Tischler zum Porno-Klempner Filmtechnik: 3-D-Kinos vor dem Durchbruch? Webtagebücher: Google startet Blog-Suchmaschine Wahlkrampf: Keine Schweinereien bitte EXKLUSIV Wahlkrampf: Haue für den Gegner Urteil: KaZaA ist so gut wie tot Playstation Portable im Test: Das nächste kleine Ding Der Wahl-O-Mat: Sind Sie wirklich sicher, was Sie wählen wollen? 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Albert Einstein: Der Geistesmächtige Jahrbuch-Dossier: Telekommunikation Zwiebelfisch 3: Der kleine E-Mail-Knigge ANZEIGE red hat sich auf ein paar Stunden in Pat O'Brien's Bar eingerichtet. "Wir können hier nicht raus, also dürfen wir auch ruhig etwas Spaß dabei haben." Der Tourist aus San Francisco hat zwar versucht, nach der Hurrikan-Warnung vorzeitig abzureisen. Aber da waren alle Flüge schon ausgebucht, und ein Mietauto war auch nicht mehr zu bekommen.

Bürgermeister Ray Nagin weiß, dass viele seinem Aufruf nicht folgen können, New Orleans zu verlassen. "Das einzige, was ich ihnen sagen kann, ist, dass sie hoffentlich in einem Hotel mit mindestens drei Stockwerken untergebracht sind." Wenn der Sturm die See im Golf von Mexiko mit mehr als 200 Kilometern in der Stunde über die Kaimauern treibt, steht das Wasser in den niedrig gelegenen Teilen von New Orleans mit einem Schlag gleich sechs Meter hoch.



www.patobriens.com

Geschichte: Der "Hurricane"-Cocktail

...wurde tatsächlich in Pat'O'Briens Bar in New Orleans erfunden: Die Mixtur ging erstmals im Zweiten Weltkrieg über den Tresen der bereits 1933 gegründeten Kneipe, die bis heute zu New Orleans' bekanntesten gehört. Benannt wurde sie nicht nach einem bestimmten Sturmereignis oder wegen ihrer stürmischen Wirkung, sondern nach der Form der Gläser, in der sie serviert wurde und wird: Die erinnerte den Barbesitzer an eine "Hurricane lamp" genannte Sturmlampe.
Aber im Vergnügungsviertel von New Orleans sind genauso viele Kneipengänger, Straßenmusiker, Tarot-Karten-Leser und Wahrsager unterwegs wie an jedem Wochenende. "Ich werde hier bleiben, ich geh nicht weg", sagt der Posaunist Eddie "Doc" Lewis. "Ich habe Taifune, Monsune, Tornados, Hurrikans und jede andere Art von Sturm mitgemacht. Ich habe keine Angst."

Ein Stück die Straße runter wartet die Kartenleserin Jackie Wilson auf Kunden. Auch sie harrt aus. Das Haus, in dem sie lebe, stehe schon seit 100 Jahren. Doch dann fügt sie mit einem besorgten Blick auf die Karten hinzu: "Aber ich sage dir, dieser Sturm kommt direkt auf uns zu. Bereite Dich darauf